Belcanto in der Kirche

In ALLE, kulturell, musikalisch by Thomas Knöri0 Comments

Ein grosses musikalisches Geschenk

Am Samstagabend wurden in der Reformierten Kirche die Jubiläen der Stadt Opfikon und der Swissair Voices gefeiert. Dazu gab es ein grandioses «Belcanto in der Kirche» mit Werken von Mascagni, Verdi und Puccini.


In die Reihen des Chors mischte sich auch ein Musiker der Zürcher Symphoniker. Foto: Thomas Güntert

Der Opfiker Stadtrat Bruno Maurer konnte in der reformierten Kirche in Opfikon rund 400 Gäste zum 47. der 50 Anlässe begrüssen, die die Stadt in diesem Jahr anlässlich ihres 50- jährigen Jubiläums durchführt. Vreni Kämpf, Präsidentin der Swissair Voices, erinnerte in ihrer Festrede daran, wie der Chor vor 25 Jahren als Firmenchor der damaligen Schweizer Fluggesellschaft entstanden ist, und ging auf die Verbindung des Flughafens zu der Stadt Opfikon ein. Das Gemeinschaftskonzert, das am Sonntag auch in Männedorf aufgeführt wurde, war das erste gemeinsame Projekt mit dem Chor Männedorf- Uetikon, der in diesem Jahr aus der Fusion der gemischten Chöre Männedorf und Uetikon am See entstanden ist.

Kirchenmusik im Operngewand
Unter der musikalischen Leitung von Claudio Danuser wurde das «Belcanto in der Kirche» aufgeführt, das aus drei Werken der berühmten italienischen Opernkomponisten Mascagni,Verdi und Puccini bestand. Insgesamt 98 Sängerinnen und Sänger füllten die Kirche mit einem gewaltigen Stimmvolumen, das jedoch stark vom Belcanto geprägt war. Belcanto ist ein italienischer Gesangsstil, der von der Weichheit des Tons, dem ausgeglichenen Stimmregister sowie von der Ausschmückung des Gesangs geprägt ist. Dem Dirigenten Claudio Danuser ist es hervorragend gelungen, die beiden Chöre mit der professionellen Begleitung der international erfolgreichen Zürcher Symphoniker zu einer Einheit zusammenzuführen. Das Ensemble wurde zudem von Sevill Klöti an der Orgel unterstützt, die die Swissair Voices seit Jahren begleitet. Den Auftakt des einstündigen Konzerts, das ohne Ansagen und Pausen durchgezogen wurde, machten der Chor und das Orchester mit einer ausdrucksstarken Gebetsszene aus Pietro Mascagnis Oper «Cavalleria rusticana».

Musik zwischen Himmel und Erde
Mit zarten Saitenklängen symbolisierte danach das Orchester mit dem «Intermezzo sinfonico» den Osterfrieden der frommen Kirchgänger als Gegenpol zu den dramatischen Szenen der grandiosen Osterprozession. Ohne Orchesterbegleitung sang der Gesamtchor das «Pater noster», eine Nachdichtung des Vaterunsergebets von Dante, das Giuseppe Verdi 1880 im Alter von 67 Jahren für fünfstimmigen Chor komponierte. Das Jubiläumskonzert fand ihren krönenden Abschluss in der mehrsätzigen festlichen Messe «Messa di Gloria» von Giacomo Puccini. Als Solisten glänzten dabei der Genfer Bariton Fabrice Raviola und der mexikanische Tenor Joel Montero. Wenn es eine Verbindung zwischen Himmel und Erde gibt, dann ist es diese Musik», schwärmte eine Zuhörerin in den vorderen Reihen der gut gefüllten Kirche. Nach dem einstündigen Konzert bedankten sich Claudio Danuser, der Chor und die Symphoniker mit einer Zugabe für die stehenden Ovationen des begeisterten Publikums.

Thomas Güntert, Stadtanzeiger vom 15.11.2018

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