Open-Air Filmfestival

In ALLE, kommerziell, kulturell, städtisch by Thomas Knöri0 Comments

Wetter funkt dem Open-Air-Filmfestival ins Programm

Letzte Woche von Mittwoch bis Samstag verwandelte sich der Pausenplatz der Schulanlage Mettlen jeden Abend in ein Kinogelände. Am Open Air-Filmfestival wurden dieses Jahr Streifen gezeigt, die vor rund 50 Jahren entstanden sind.

Als das Open-Air-Filmfestival am Mittwochabend mit dem Film «Die Schweizermacher» beginnt, finden sich etwa 30 Personen ein, die es sich trotz Blitzen am Horizont mit Jacken und Decken gemütlich machen, um sich den Klassiker zu Gemüte zu führen. Die Wetterlage bleibt stabil. Trotzdem hat der Himmel wohl viele Anwohner dazu umgestimmt, den Abend in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Verantwortlich für den Eröffnungsabend ist Paul Remund, Stadtpräsident und Präsident der Kulturkommission. «Pro Abend sind wir etwa zu viert hier und kümmern uns um Kasse, Auf- und Abbau und darum, dass alles reibungslos funktioniert», erklärt er. Besonders stolz ist er, dass er an der Abendkasse fünf der sechs Geniesser-Lounge-Plätze verkaufen konnte. «Für 50 Franken gibt es ein tolles Menu inklusive Nachspeise, Popcorn à discrétion und einen gemütlichen, überdachten Sitzplatz mit Kuscheldecke», zählt Remund auf. Es habe also wenig Überzeugungsarbeit gebraucht um die Plätze an den Mann respektive die Frau zu bringen.

Einbürgerungen, ein ewiges Thema

Der Film amüsiert die Anwesenden sehr. In der Geschichte müssen Ausländer vor einer Art Jury beweisen, dass sie schweizerischer als die Schweizer sind. Es werden absurde Fragen gestellt und nervöse Antworten gegeben. Ein italienischer Charakter feiert seine erfolgreich bestandene Einbürgerung, indem er mit der Armbrust eine Melone vom Kopf seines Sohnes schiesst, und natürlich gibt es auch ein Techtelmechtel zwischen dem Hauptcharakter und selbst ernannten Schweizermacher Moritz Fischer (Emil Steinberger) und der jugoslawischen Tänzerin Milena Vakulic (Beatrice Kessler). «Für uns ist es spannend, zu sehen, dass das Einwanderungsthema in der Schweiz schon damals diskutiert wurde», erklärt ein deutsches Paar, das seit einigen Jahren in Opfikon wohnt und zum ersten Mal am Filmfestival dabei ist. Aufgrund der «Agenda50»-Berichterstattungen hätten sie davon mitbekommen – nun sitzen sie gemütlich in der Lounge und einigten sich bereits darauf, in den kommenden Jahren den Anlass erneut zu besuchen.

Nächstes Jahr wieder warm

Wie auf die anderen Veranstaltungen, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurden, wirkte sich das Wetter auch auf das Open-Air-Kino aus. «Wir hatten über alle vier Tage verteilt etwa 150 Besucher», zieht Organisatorin Anya Blum von der Kulturkommission Opfikon Fazit. In den vergangenen Jahren habe man diese Zahl sogar an einzelnen, gut besuchten Abenden erreicht.

Am Abschlussabend verfolgten lediglich etwa 20 Personen den Film «Spiel mir das Lied vom Tod». Neben den Temperaturen habe sich dieses Jahr sicherlich auch die Filmauswahl auf die Besucherzahlen ausgewirkt. «Viele der Filme sind Klassiker, welche die meisten Leute bereits kennen», analysiert Blum. Der Aufwand habe sich trotzdem gelohnt, und die Kulturkommission freue sich bereits darauf, nächstes Jahr wieder eine grössere Menschenmasse zu empfangen und das erfolgreiche Lounge-Konzept weiterzuverfolgen.

Fabian Moor, Stadtanzeiger vom 30.8.2018

Leave a Comment