Kurzfilme Opfikon

In ALLE, familiär, kulturell, städtisch by Thomas Knöri0 Comments

Zwei Senioren und ein Wettbewerb

Bereits im August 2017 rief die Kulturkommission Opfikon zum Kurzfilmwettbewerb auf. Im Rahmen der «Agenda50» wurde Jung und Alt dazu aufgerufen, einen Film zum Thema «Mein Opfikon» zu drehen – das Rennen machten zwei Senioren unter sich aus.


Francoise Elmiger (links) und Heinz Hafner (rechts)

Bevor am letzten Tag des Open-Air-Kinos in der Schulanlage Mettlen der Film «Spiel mir das Lied vom Tod» über die Schulhausfassade flimmert (siehe Artikel unten), werden die Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs ausgezeichnet. Vor rund einem Jahr veröffentlichte die Kulturkommission Opfikon ein dreiseitiges Dokument, welches die Teilnahmebedingungen des Kurzfilmwettbewerbes in 15 Punkten regelt. Eine sechsköpfige Jury wurde zusammengetrommelt, um die zehn besten Einsendungen auszuzeichnen. Der grosse organisatorische Aufwand hat sich allerdings nur bedingt gelohnt. Schliesslich nahmen zwei Personen am Wettbewerb teil: die beiden Senioren Heinz Hafner (69) und Francoise Elmiger (86).

Ein Mann und tausend Vereine

Zugegeben – die obige Schlagzeile ist leicht übertrieben. Trotzdem ist Heinz Hafner wohl der Opfiker, welcher die grösste Anzahl Vereinsmitgliedschaften vorzuweisen hat. «Ich singe im Feuerwehrchörli, turne in der Männerriege des Turnvereins, koche im Seniorenkochclub und bin Mitglied der Velogruppe», gibt Hafner Auskunft. Bis vor einigen Monaten sei er auch im Seniorenvideoclub Opfikon-Glattbrugg dabei gewesen. Diese Gruppe habe sich aber – aufgrund der schrumpfenden Mitgliederzahl – aufgelöst. Trotzdem ist das Filmen und Schneiden von Videos noch immer ein grosses Hobby von Hafner. Und wie man es vermuten kann, dreht sich sein Beitrag mit dem vorgegebenen Titel «Mein Opfikon» um die Vielseitigkeit des Vereinslebens.

Der genau dreiminütige Spot ist mit lustiger A-cappella-Musik unterlegt und beginnt mit einer Aufnahme der Velogruppe «Silberfüchs», welche im Winter und Herbst die Fahrräder gegen Wanderschuhe eintauscht, um den Hardwald zu erkunden. Auch Einblicke in die Tätigkeiten des Seniorenkochclubs, des Feuerwehrchörlis und der Männerriege bekommt man zu sehen. «Das Klubhaus des Turnvereins ist leider schon ganz verlottert», kommentiert Hafner. Aus diesem Grund habe er die Nummer des Spendenkontos eingeblendet: 01-2562-3. Ob sein Beitrag dem Turnverein hilft, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Das Gute und das Schlechte

«Ich habe das Satiremagazin ‹Nebelspalter› abonniert und lasse mich dort immer von den Karikaturen inspirieren», erzählt Francois Elmiger, der den zweiten Kurzfilm eingereicht hat. Er verbringe einen grossen Teil seiner Freizeit damit, Trickfilme zu erstellen. «Hierzu zeichne ich Hintergründe, Körper und Ähnliches auf Papier und schneide sie aus», erklärt er. Um nicht jedes einzelne Bild neu zeichnen zu müssen, verwendet er durchsichtige Folien, auf denen er zum Beispiel Gesichtszüge festhält. So könne er durch das Auswechseln der Folien, die er über eine Vorlage lege, Mimik und Gestik der Charaktere verändern, erklärt er dem Schreibenden, den er prompt zu sich nach Hause einlädt, um sein Vorgehen zu demonstrieren. An einem regnerischen Tag schaffe er locker einen dreiminütigen Film. Als Mitglied des Amateur Film & Videoclubs Zürich (AFZ) trifft er sich regelmässig mit Gleichgesinnten, um sich gemeinsam die kreierten Werke zu Gemüte zu führen oder in internen Wettbewerben gegeneinander anzutreten.

In seinem Beitrag zum Kurzfilmwettbewerb bezieht Elmiger deutlich Stellung zu den seiner Meinung nach positiven wie auch negativen Entwicklungen, welche Opfikon in den vergangenen 50 Jahren durchgemacht hat. Wie es für seine Kurzfilme typisch ist, kommt eine Erzählerfigur vor, die sich über die Entwicklung der Menschheit Gedanken macht. Obwohl er Themen wie Überbevölkerung oder Handysucht mit Sorgenfalten gegenübersteht, sagt er schliesslich: «Es ist sehr wichtig, positiv in die Zukunft zu schauen.» Man kann ihm nur beipflichten.

Fabian Moor, Stadtanzeiger vom 30.8.2018

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