Der Apfelschuss

In ALLE, bildend, familiär, kommerziell, sportlich by Thomas Knöri0 Comments

Vorbereitung auf Apfelschuss – ohne Tell

Im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der Stadt Opfikon konnte man sich bei den Armbrustschützen mit diesem Sportgerät vertraut machen – und sich um den 1. Opfiker Tell-Meister bewerben.

 

Wer kennt sie nicht, die Armbrust? Sie spielt eine wichtige Rolle bei Wilhelm Tell, der auf Befehl des Landvogts Gessler einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schiessen hatte und mit seiner späteren Rache den Freiheitskampf der alten Eidgenossen symbolisiert. Der Apfelschuss war denn auch das Motto letzten Samstag beim Armbrustschützenverein Opfikon. Zwar durften sich Besucher und Besucherinnen einen rotwangigen Apfel aussuchen, aber geschossen wurde nur auf Scheiben mit einem Apfelbild.

Ohne zeitlichen Zwang und Lärm
Daniel Donatsch, Präsident der Armbrustschützen Opfikon, schiesst seit rund 40 Jahren. «Diese Art von Sport liegt mir, weil ich ihn dann ausüben kann, wenn es mir passt. Ich habe – wie auch alle anderen Mitglieder des ASVO – einen Schlüssel zur Anlage und kann jederzeit herkommen und schiessen.» Auch gebe es keine behördlichen Auflagen betreffend Schiesszeiten und er benötige keinen Gehörschutz. Der Stand verfüge sogar über eine Beleuchtungsanlage, die man nachts einschalten kann. «Ich liebe diesen Sport, weil er keinen Lärm verursacht, sondern praktisch lautlos ist. Deshalb nennt man uns Armbrustschützen auch die Flüsterer.»

Der Stand der Armbrustschützen Opfikon befindet sich an einem idyllischen Ort, mitten im Grünen. Der Sport kann von Jugendlichen ab 12 Jahren ausgeübt werden. Daniel Donatsch sagt dazu: «Die Altersgrenze macht Sinn, da die Armbrust schwer ist und doch einige Kilogramm wiegt.» Übrigens ist das älteste Mitglied des ASVO 90 Jahre alt – und damit drei Jahre älter als der Opfiker Armbrustschützenverein.

Der Anlass der offenen Tür am Samstag lockte nicht nur Männer, sondern auch Frauen zum Schiessstand. Hier wurden sie von den Mitgliedern des ASVO sorgfältig instruiert. Die Armbrust wurde ihnen ausführlich erklärt, und dann durften sie auf einem niedrigen Stuhl Platz nehmen und ihre Schiesskünste – im Rahmen des Apfelschusses – unter Beweis stellen. Die besten 12 der 33 Schützinnen und Schützen nehmen am Wettkampf um den «1. Opfiker Tell-Meister» teil, der am Samstag, 9. Juni, zwischen 10 und 11 Uhr im Armbrustschützenstand stattfindet. Die Gewinner dürfen einen Pokal entgegennehmen.

André Remund aus Opfikon und seine Freundin Melanie Haas hatten sich ebenfalls zum Apfelschuss eingefunden. Die beiden 25-jährigen interessieren sich für diese Sportart. Sie wurden denn auch sorgfältig auf den Apfelschuss vorbereitet und hatten sichtlich Spass. Auch Donatsch freut sich über den Erfolg des Anlasses: «Wir haben bereits einen Jungschützen erreicht, der nächste Woche zum Training kommt. Wir freuen uns über zusätzliche Mitglieder im Verein. Armbrustschiessen ist an kein Alter gebunden. Jugendliche und Erwachsene – Männer und Frauen – können jederzeit einsteigen. Und auch ältere Semester sind willkommen, vielleicht nach der Pensionierung?» Wer Lust hat, den leisen Sport der Armbrustschützen kennenzulernen, kann sich jederzeit an den Präsidenten wenden und einen Termin im Schützenstand mit ihm vereinbaren.

Armbrustschützen haben übrigens nicht zwingend eine eigene Waffe. Vereinswaffen werden problemlos zur Verfügung gestellt. Die geübten Schützen besitzen allerdings oft eine eigene Armbrust.

Beatrice Christen, Stadtanzeiger vom 10.5.2018

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