Begegnungstag

In ALLE, bildend, familiär, kulinarisch, kulturell by Thomas Knöri0 Comments

50 Jahre interkulturelles Zusammenleben


«Flieg, Ballon, und nimm den Wunsch mit.» Die Kinder beobachteten, wie ihre Herzenswünsche davonflogen. Foto: Sarah Koller

«Was geschieht, wenn Hindus, Muslime und Christen aufeinandertreffen?» Das fragte sich die Gruppe Interreligiöser Dialog Opfikon und lud im Rahmen des Stadtjubiläums zum Religionsaustausch ein.

Im Forum der St.-Anna-Kirche versammelten sich letzten Samstag rund 60 Hindus, Muslime und Christen aus der eritreisch-orthodoxen, äthiopisch-orthodoxen, evangelisch-methodistischen, reformierten und katholischen Kirche. Alle brachten sie liebevoll zubereitete Speisen aus ihren Ländern mit und unterhielten sich im anschliessenden Kreisgespräch. Für die Kinder gab es ein abwechslungsreiches Programm der Jubla Glattbrugg.

Viel Offenheit und Interesse

Erste Einblicke gab es von Mahintha Selathurai aus der Hindu-Gemeinde des Tempels an der Eichstrasse mit eindrücklichen Schilderungen von ihrem Glauben und der Kultur. Auch thematisierte sie die Entwicklungen und Lernprozesse, die es in einer Familie gibt, wenn die Religion nicht in Sri Lanka, sondern in der Schweiz ausgelebt wird. Zum Beispiel seien die Eltern hier oftmals nicht in die Partnerwahl involviert.

Als Nächstes erzählte das Ehepaar Hapte mit seinen drei Kindern von ihrem Leben in Eritrea und der Schweiz. Ein interessantes Gespräch, das von Offenheit und gegenseitigem Interesse geprägt war, entwickelte sich. «In einer religiösen Erziehung ist uns wichtig, dass sich unsere Kinder geliebt und begleitet wissen, unabhängig davon, welche Entscheidungen sie treffen», hiess es von Elisa und Cyrillo Fonseca der katholischen Kirche Glattbrugg.
Weiter berichteten Karin Fuchs und Ziad Itani vom islamischen Zentrum an der Müllackerstrasse von ihrer Freude und dem Sinn eines Lebens als Muslime.

Herzenswünsche steigen lassen

Aber auch das, was hier Sorgen bereitet, kam zur Sprache: Nämlich, dass man Muslimen zuweilen mit Vorurteilen begegnet oder sie für Taten verantwortlich macht, mit denen sie sich keinesfalls identifizieren. Beim gemeinsamen Mittagessen erfreuten sich die Anwesenden an Spezialitäten aus Syrien, Äthiopien, Eritrea, Portugal, Italien, aus der Schweiz, Afrika, Sri Lanka und dem Irak. Für die Gruppe Interreligiöser Dialog Opfikon gab es ein Geschenk und Lob von Stadtrat Bruno Maurer. Verabschiedet wurde der Anlass von den Kindern, die mit Ballonen ihre Wünsche in den Himmel steigen liessen.

Sarah Koller, Stadtanzeiger vom 25.01.2018

 

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