Bannumgang

In ALLE, bildend, familiär by Thomas Knöri0 Comments

Die Flora und Fauna Opfikons live erlebt

Rund 50 Neugierige kamen am Sonntag zusammen, um die nördliche Stadtgrenze abzuwandern und anschliessend Risotto zu geniessen. Organisiert und geführt wurde der Bannumgang vom Gemeinderatspräsidenten Ulrich Weidmann.

Trubel herrscht vor dem Hilton-Hotel. Rund fünfzig unternehmungslustige Opfikerinnen und Opfiker haben sich um 9.30 Uhr versammelt, um sich einen Kaffee und Früchte zu Gemüte zu führen, ehe sie in Richtung des Hardwalds geführt werden. Heute gilt es laut «Agenda 50», die Nordgrenze Opfikons zu erkunden. Marianne Hefti (61) freut sich besonders auf den Ausflug: «Vor einigen Monaten habe ich mein Pensum reduziert», erklärt sie. Nun habe sie plötzlich genügend Zeit, sich mit Opfikon zu befassen. Mit der Stadt, in der sie schon lange lebe, aber trotzdem nicht viel darüber wisse.

4 Experten und 50 Wissbegierige
Organisator und Gemeinderatspräsident Ulrich Weidmann hat mit Lena Escher vom Naturschutzverein Mittleres Glattal, Forstwart Andreas Werda und Ueli Boetschi, der früher in der Präsidialabteilung der Stadt arbeitete, drei kompetente Personen organisiert, die die Gruppe während des Ausflugs mit Informationen über Flora, Fauna und die geschichtlichen Hintergründe Opfikons eindecken.

Motiviert macht sich die Gruppe um 10 Uhr auf den Weg. Weder die Wolken noch die kühle Temperatur tun der Abenteuerlust einen Abbruch. Zur Sicherheit werden alle Teilnehmenden mit einer «50-Jahre Opfikon»-Pelerine ausgerüstet, die allerdings nicht zum Zug kommt. Schnell ist der Wald erreicht, und Forstwart Werda hält die Gruppe ein erstes Mal an, um über die Beschaffenheit des Waldes und seine Aufgabe zu erzählen.

Es ist spannend zu hören, weshalb vor allem die Eichen gefördert werden oder mit welchen Bodenbeschaffenheiten und Schädlingen man als Forstwart zu kämpfen hat. Man kommt sich ein bisschen naiv vor, wenn man bisher immer geglaubt hat, dass alles einfach so wächst, wie man es hier vorfindet. Etwa 15 Minuten später ist es Lena Escher, die die Gruppe am grünen Waldsee stoppt, um über die Bewohner des Waldes zu sprechen. Der Unterschied zwischen Wasser-, Laub- und Grasfrosch wird einem klargemacht, und man merkt, wie viele verschiedene Tiere man quasi direkt vor der Haustüre hat. Auch dass die Gemeinde Opfikon nur zu 40 Prozent bebaut ist und zu 60 Prozent aus grünen Flächen besteht, ist eine willkommene Information. Die Ausführungen der Experten interessieren die Teilnehmenden, und so ist es kein Wunder, dass man schnell in Verzug ist mit dem Zeitplan. Ein kurzes Telefonat Weidmanns an den Risottokoch genügt aber, um den Plan anzupassen. Von den Teilnehmenden hat es niemand eilig, und so bummelt die Gruppe weiter zum «Russengraben», wo Ueli Boetschi das Informationszepter in die Hand nimmt. Diesmal werden einem Fakten über Opfikon serviert: Es sei eine der wenigen Gemeinden, die mehr Arbeitsplätze als Einwohner habe. Sie weist die schweizweit höchste Scheidungsrate und zugleich die tiefste Stimmrate auf. 1974 wurde das Parlament gegründet, und auf der Homepage www.opfikon.ch seien alle erdenklichen Informationen und Dokumente über die Gemeinde zu finden, da Boetschi vor einigen Jahren in einem grossen Projekt alles digitalisiert habe. Die Infotafel beim Russengraben gibt zudem Auskunft über den miserablen Zustand des Gebiets in den Kriegsjahren 1798/99.

Nahrung für Geist und Magen
Der letzte Abschnitt der 7-Kilometer-Strecke wird aus Zeitgründen ein wenig abgekürzt. Hunger und Durst der Wissensdurstigen lassen sich nämlich nicht nur mit Fakten, sondern auch mit Nahrungsmitteln stillen. So trifft es sich gut, dass man etwa um 13 Uhr am Spielplatz Ara, der früheren Kläranlage, ankommt, wo die Gruppe mit einem riesigen Topf Risotto und allerlei Getränken in Empfang genommen wird. Marianne Hefti ist sehr zufrieden mit dem Ausflug: «Ich habe mich körperlich betätigt und viel Neues gelernt», analysiert sie den Vormittag und fügt an: «Hoffentlich wird es einen weiteren Bannumgang geben.»

Fabian Moor, Stadtanzeiger vom 24.5.2018

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