Festumzug

In ALLE, familiär, städtisch by Thomas Knöri0 Comments

Festumzug: Ein kunterbunter Regenbogen

Den Auftakt zum dreitägigen Stadtfest bildete der Kinderumzug. Es gab Berufe, Kulturen und Zukunftsvisionen zu bestaunen.

Wie viele Farben hat ein Regenbogen? Und wie viele Kinder von 4 bis 11 Jahren besuchen die drei Schulhäuser Opfikons? Und wie viele Kulturen sind darin enthalten?

Anstatt diese Fragen mit Statistiken zu beantworten, hier eine Zeitangabe: Wer am Freitagnachmittag eine gute Stunde Zeit hatte, um zwischen dem Lättenwiesen-Schulhaus und der 1.-August-Wiese zu stehen, konnte selber die schier endlose bunte Schar Kinder zählen, die hier im Umzug vorbeigezogen ist. Als Auftakt zum Jubiläumsfest der Stadt Opfikon haben alle Kindergärten und sämtliche 1. bis 4. Klassen einen Beruf oder eine Kultur dargestellt. Während einer Projektwoche haben sich Kinder und Lehrpersonen Gedanken zu ihrem Thema gemacht und liessen die Zuschauer ihre Ideen sehen.

Meine Güte, diese Hüte!
So führen die «Metzger» mit Messern und weisser Kappe ein Pappmaché-Schwein spazieren, Piloten und Krankenschwestern ihre selber gemachten Uniformen vor. In der Mitte des Umzugs thront eine Weltkugel auf der Sänfte, von vier Kindern getragen. Verschiedene Kulturen werden dargestellt, schwingende Röcke, Saris, Franzosen mit gestreiften Shirts, lustigen Schnauzern und Bérets. Kopfbedeckungen sind Trumpf: Einige Klassen tragen bunte Hüte aus Pappmaché, andere selber gebastelte Mützen oder Masken. Man sieht Schirme in allen Farben, es kommt ein Regenbogen spaziert, angeführt von einer Sonne. Blau gekleidete «Wassertropfen»-Kinder spritzen den Zuschauern eine Erfrischung zu. Und da kommt tatsächlich ein Tram gelaufen! Es gehört zum Beruf «Tramchauffeur» – vielleicht aber auch zur «Zukunftsmusik»?

Was werden wir in weiteren 50 Jahren essen und arbeiten? Roboter und lustige Mode-Kreationen zu diesem Thema spazieren durch die Hitze. Auf einem der vielen Plakate vermuten die Schüler: «In der Zukunft essen wir dasselbe wie heute – nur industriell hergestellt …»

Zum Abschluss schmettern die 1500 Kinder gemeinsam den Opfiker-Song von Andrew Bond und verspeisen genüsslich einen kleinen Snack. Was wohl mit dem Tram und der grossen Weltkugel geschieht? Und was mit all den Kulturen von Opfikon? Nun, das mögen die nächsten 50 Jahre zeigen. Wie die Kinder gesungen haben: «… und wenn alli Farbe zämehebed, gitts en Rääääääge-Boge!»

Was essen wir in der Zukunft?
Schulleiter Hannes Ziegler ist Mitglied im siebenköpfigen OK, das sich um Route, Aufstellung, Absperrung, Zvieri und sogar WCs am Zielort gekümmert hat. Er war zwar etwas heiser, aber zufrieden Umzug: «Es gab noch nie einen solchen Grossanlass der Schule – aber ich denke, wir haben das meiste vorausgesehen.» Auch wenn die Kinder noch kein Gefühl dafür hätten, was 50 Jahre sind, habe man ihnen vermitteln wollen, Teil von etwas Besonderem zu sein – nämlich «miteinander etwas Gutes zu machen».

Loa Steiner und Roger Suter, Stadtanzeiger vom 7.6.2018

Leave a Comment