Stadt-OL

In ALLE, familiär, sportlich by Thomas Knöri0 Comments

Mit Karte und Kompass durch Opfikon

Der Orientierungslauf zum 50-jährigen Bestehen von Opfikon lockte rund 650 Läuferinnen und Läufer
in den Glattpark.

Den Einwohnern des Glattparks bot sich am Sonntagmorgen ein seltsames Bild: Hunderte Leute in Sportkleidern rannten kreuz und quer durchs ganze Quartier auf der Jagd nach orangen Fähnchen. Es war das Geburtstagsgeschenk des Orientierungslaufclubs Kapreolo an die Stadt Opfikon zum 50-jährigen Bestehen. Der im Glatttal beheimatete Verein hatte einen Stadt-Lauf durch den ganzen Glattpark organisiert. Denn Orientierungsläufe finden nicht nur im Wald statt. Besonders während der Wildschonzeit werden die Wettläufe auch im urbanen Gelände ausgetragen. Diese Läufe sind oft kürzer und intensiver. So brauchten die meisten der 650 Läuferinnen und Läufer keine 20 Minuten für die eineinhalb bis drei Kilometer lange Strecke.

Schwierige Innenhöfe
Nicht zufrieden mit seiner Zeit ist jedoch Urs Tschamper: «Ich habe eine falsche Route gewählt, das hat mich wichtige Sekunden gekostet.» Dabei wäre es für ihn eigentlich ein Heimspiel gewesen. Er ist in der Gemeinde aufgewachsen und seit Jahrzehnten Orientierungsläufer. Doch besonders die vielen Innenhöfe mit ihren wenigen Ausgängen seien schwierig gewesen. Lange ärgern mag er sich aber nicht. Spätestens, als er bei den anderen Läufern ankommt, wird wieder fröhlich gelacht. Am Lauf hat er mit seiner Frau teilgenommen – und sie sind nicht als Einzige gemeinsam da. Denn Orientierungslauf ist wohl der gemeinschaftlichste Einzelsport überhaupt.

So sieht das auch die über 70-jährige Margrit Tantanini. Sie ist schon seit Jahrzehnten im Verein aktiv und schätzt besonders seinen generationenübergreifenden Charakter. Ihr Hobby hat sie auch an ihre Kinder und Enkel weitergegeben. «Als Kind muss man an die Läufe, später findet man es in Ordnung, und am Schluss geht man freiwillig hin», erklärt Tantanini lachend.
Wie kaum ein anderer Sport ist Orientierungslauf geeignet für Familien. Denn damit alle mitmachen können, gibt es rund 40 verschiedene Kategorien, sowohl nach Geschlecht als auch nach Alter getrennt. Um dieses Potenzial wissen die Vereine, und sie setzen voll auf die Familientauglichkeit. Für die kleinen Kinder wird eine Betreuung angeboten, Orientierungsspiele verkürzen die Wartezeiten, und ein grosses Buffet sorgt für Verpflegung. Sogar eine Hüpfburg wurde aufgeblasen.

Erfolgsrezept: Familienfreundlich
Das Konzept ist von Erfolg gekrönt. Denn anders als viele andere Vereine hat der OLC Kapreolo nicht mit Mitgliederschwund zu kämpfen, im Gegenteil. 220 aktive Mitglieder zählt der Club laut Präsident Pascal Vieser, die regelmässig an Wettkämpfen und an den beiden wöchentlichen Trainings teilnehmen. Viele davon sind noch keine 16 Jahre alt.

So auch die 14-jährige Marion und die ein Jahr ältere Nora. Beide sind seit gut zehn Jahren aktiv dabei: «Es ist einfach toll, dass man sowohl die Beine als auch den Kopf benutzen muss», erklären die beiden ihre Passion. Die Begeisterung für den Sport hört man auch dem Opfiker Stadtrat Bruno Maurer an. Als langjähriges Mitglied des Vereins hat er den Stadt-Lauf als Laufleiter organisiert und damit gleich zwei Jubiläen auf die Beine gestellt. Denn auch der OLC Kapreolo wird dieses Jahr 50. Dementsprechend zufrieden war er mit dem Event: «Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind und auch Leute aus der Stadt zum ersten Mal OL Luft geschnuppert haben.»

Jan Bolliger, Stadtanzeiger vom 10.5.2018

 

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