Neujahrsapéro

In ALLE, kommerziell, kulinarisch, kulturell by Thomas Knöri0 Comments

«Jetzt müssen wir wieder zusammenwachsen»


Sprühender Auftakt: Das Jubiläumsjahr 50 Jahre Stadt Opfikon begann mit einem Feuerwerk im Dorf. (Foto: Toni Spitale)

Bei Feuerwerk und Prosecco feiern die Bewohnerinnen und Bewohner in der Nacht von Silvester auf Neujahr den Auftakt zum Jubiläumsjahr 50 Jahre Stadt Opfikon. von Toni Spitale

Es ist ein rekordverdächtig lauer und dank Sternenhimmel auch ungewohnt heller Silvesterabend. Im Dorf-Träff beginnt kurz vor Mitternacht Roger Hirzel, die Cüpli-Gläser zu füllen. «Wir wollen den Start ins Jubiläumsjahr 50 Jahre Stadt Opfikon stimmungsvoll feiern», verspricht der Gastgeber, der als OK-Mitglied der Agenda 50 die übers ganze Jahr verteilten Feierlichkeiten mitkoordiniert. Pünktlich zu Beginn der Festaktivitäten liegen auch die offizielle Jubiläumsplakette und ein Bogen mit Bons vor. Letztere kann man bei verschiedenen lokalen Gewerbebetrieben einlösen.

Gummistiefel obligatorisch
Heidi und Franz Weber waren schon vor Ort, als Opfikon im Juni 1968 mit einem mehrtägigen Fest die 10 000-Einwohner-Grenze und somit die Wandlung vom Dorf zur Stadt feierte. «Gummistiefel, Regenschirme und Zylinderhüte waren obligatorisch», scherzt der Ehemann Franz in Anbetracht der Tatsache, dass es damals durchgehend und in Strömen geregnet habe. Ehefrau Heidi erinnert sich daran, dass alle Frauen, welche während der Festwoche das Licht der Welt erblickten, einen Blumenstrauss erhielten. «Das war eine schöne Geste», so die Uropfikerin.
Als sich Martha und Willi Hartmann im Jahr 1965 an der Wallisellenstrasse niederliessen, zählte die Gemeinde gerade mal 8000 Einwohner. Auch 53 Jahre später sind die beiden nach wie vor gerne in Opfikon zu Hause: «Wir schätzen insbesondere die gute Anbindung an den öV, die Hochebene hinter dem alten Dorf und die Nähe zum Wald», hebt die Ehefrau hervor.

20 000. Einwohner begrüssen
Unter der gut gelaunten Gästeschar zirkulieren auch drei Vertreter des Stadtrates. Bruno Maurer, Vizepräsident und Bauvorstand, gibt seiner Vorfreude auf die 50 verschiedenen Anlässe Ausdruck: «Es ist ein bunter Strauss an tollen Ideen, initiiert von tollen Leuten.» Die Vielseitigkeit des Programms widerspiegele nicht zuletzt auch die Diversität der einheimischen Bevölkerung. «Es geht darum, die Leute wieder zusammenzubringen», meint der ebenfalls anwesende Finanzvorstand Valentin Perego. Weiter erhoffe er sich, dass die Stadt im Laufe dieses Jahres ihren
20 0000. Einwohner begrüssen könne. Und auch Jörg Mäder, Ressortvorsteher Gesundheit und Umwelt, sagt: «Opfikon ist in der Vergangenheit stark gewachsen – jetzt müssen wir wieder zusammenwachsen.»
Renaud Joye, der die Galerie im Dorf-Träff führt, wünscht sich, dass sich die Leute wieder vermehrt für das einheimische Kulturleben und -schaffen interessieren. «Nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern auch darüber hinaus», betont der Galerist.
Wahrzeichen im Schatten
Kurz nach Mitternacht sorgt Roger Hirzel für eine Überraschung. Mit Helfern zündet er auf der für den Verkehr gesperrten Dorfstrasse insgesamt 50 Vulkane. «Ja, das war meine Idee», freut er sich nach diesem Spektakel, das den gesamten Dorfplatz erhellt und den beleuchteten Chappeleturm, das Wahrzeichen Opfikons, für kurze Zeit in den Schatten stellt.

Aus dem Stadtanzeiger vom 4.1.2018

 

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