Offener Bücherschrank

In ALLE, bildend, familiär, städtisch by Thomas Knöri0 Comments

Mini-Bibliothek im Glattpark eröffnet

Die Stadtbibliothek hat seit Dienstagabend eine kleine Filiale im Glattpark. Sie ist so klein, dass nur Bücher reinpassen – dafür immer offen.

Er sieht aus wie eine Mischung aus einer zu klein geratenen Telefonkabine und einem Stromverteilerkasten: Glastüren an der Front, stabiles Metall an den Seiten. Doch auch wenn es darin keinen Telefonanschluss, ja überhaupt keine Kabel gibt, öffnet sich eine ganze Welt: diejenige der Bücher.
120 Stück sind es, welche das Team der Opfiker Stadtbibliothek für den «offenen Bücherschrank» ausgesucht hat: Romane, Krimis, Sach- und Kinderbücher, Ratgeber – «für jeden etwas», umschreibt Christine Wiederkehr, Leiterin der Stadtbibliothek, die Auswahl.
Das sei zwar kein Vergleich und erst recht kein Ersatz für einen Besuch der Bibliothek beim Schulhaus Mettlen, so Marc-André Senti, Stadtrat und Anwohner, am kleinen (Er-)Öffnungsakt vergangenen Montag. «Aber diese Filiale der Bibliothek ist 365 Tage und jeweils 24 Stunden geöffnet.» Geöffnet hat er sie dann mit- hilfe von Rafael Loncaric, der im Glattpark aufwächst und das doppelte Band zerschnitt. Kaum geöffnet, wurde der Bücherschrank auch gleich rege benutzt: Die Erwachsenen begutachteten den Inhalt, während die Kinder sich besonders vielversprechende Bücher (sie stehen sinnvollerweise zuunterst) schnappten und eifrig zu blättern begannen – bis der Regen einsetzte und sich die kleine Schar von knapp 20 Personen zum Apéro in den Quartierraum «Gate 26» begab (der übrigens Ende Juli mangels Nutzung aufgegeben wird).

Alles aus der Bibliothek
Angefertigt wurde der Schrank vom Opfiker Metallbauer Martin Bachmann nach Plänen der Bibliothek. Befüllt wird er ausschliesslich von der Bibliothek, aus ihrem Bestand von rund 18 000 Büchern. Diese können hier nicht nur ausgeliehen, sondern bei Gefallen auch behalten werden. Nicht vorgesehen ist hingegen, dass die Leute eigene Bücher dort deponieren.
Dass man zum Schrank und seinem Inhalt Sorge trägt, sollte sich von selbst verstehen. «Trotzdem sind wir froh um Mithilfe», erklärt Wiederkehr. «Wenn die Leute feststellen, dass zu viel fehlt, etwas kaputt oder verschmutzt ist, sollten sie es uns melden.»

Roger Suter, Stadtanzeiger vom 17.5.2018

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